Einmal wird

der Engel in Weiß
auch dir
die Leinenbinden lösen
das Grabtuch falten
dich geleiten
in ein helles
schattenloses
Licht

Regine Correns

Unsere Gemeinde

Liturgie

Impulse und Anregungen zum Lesen, Hören oder Sehen

Unser Bischof Franz-Josef Bode begrüßt es, dass künftig wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden können. „Das ist wirklich ein Grund zur Freude“, schreibt unser Bischof in einem am Dienstag, 5. Mai, veröffentlichten Brief an die Gemeinden unseres Bistums Osnabrück. Trotz der Lockerungen gebe es aber deutliche Einschränkungen in der Seelsorge. Laut Bischof Bode haben der Gesundheitsschutz und die Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin Priorität: „Auch der Verzicht auf Gottesdienste kann aus der Grundhaltung christlicher Nächstenliebe weiter ein Gebot der Stunde sein.“
Bischof Bode weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es in der derzeitigen Situation für Katholiken keine Verpflichtung zum Besuch von Gottesdiensten im Sinne der Sonntagspflicht gibt. Als Alternative empfiehlt der Bischof die Nutzung medialer Gottesdienstangebote und das persönliche Gebet.

Impulse und Anregungen zum Lesen

„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!“

Mit diesem Auftrag schickt Jesus die von ihm berufenen Apostel aus. Ausgehend von Jesus und vermittelt durch die Apostel, erreicht die Botschaft auch uns. Wie Licht strahlt sie aus.

Jesus nennt ihre Namen.
Jeder Apostel wird namentlich genannt. Auch wir fühlen uns angesprochen, wenn man unsere Namen nennt. Manchmal fühlt man sich sogar geehrt, einen besonderen Auftrag zu bekommen. Vielleicht ist man auch verunsichert, ob die zugewiesene Aufgabe nicht eine zu große Herausforderung darstellt.

Jesus sendet die Apostel zu den Menschen.
Zuerst gehen die Apostel zu den Menschen in ihrem Land. Doch bald gehen sie auch in andere Länder, um die frohe Botschaft zu verkünden und den Menschen von Gott zu erzählen. So breitet sich das Wirken Jesu immer weiter aus.

Jesus sucht sich keine Experten aus.
Von ihren Berufen, von ihrer Herkunft und ihren Fähigkeiten sind die Apostel sehr unterschiedlich. Jesus vertraut darauf, dass sich die Apostel nach ihren eigenen Talenten einbringen und dazu beitragen, dass die Menschen Gottes Liebe spüren können.
Auch zu unserer Gemeinde gehören viele Menschen, die unterschiedliche Dinge können. Es braucht nicht jeder ein Experte zu sein, um sich mit ihren oder seinen Begabungen in der Gemeinde einzubringen.

Jesus kommt auch in unser Leben.
Eines Tages kam die frohe Botschaft auch zu uns nach Bremen. Das Wirken der Apostel reicht bis heute. Bis zu mir und zu dir.
Und auch wir können Apostel sein. Wenn wir von Gott erzählen. Wenn wir durch unsere Taten andere Menschen die Liebe Gottes spüren lassen.

Zu diesem Impuls gibt es auch ein Bild im Franziskussaal unserer Kirche St. Johann.

Liebe Gemeinde!

In jedem Ende steckt ein neuer Anfang. Dies ist die christliche Perspektive auf das Leben.
Der Tod Jesu war noch nicht das Ende. Es folgte seine Auferweckung. Seine Auferweckung war noch nicht das Ende. Es folgte seine Himmelfahrt. Und auch seine Himmelfahrt ist nicht das Ende. Seine Wiederkunft ist bereits angesagt.
Auch wenn es so scheinen mag: Dass der auferstandene Jesus diese Welt verlässt, sich von ihr löst, das ist nicht das Ende. Es ist der Anfang unserer Kirchengeschichte: Jesus geht fort, um als Christus für immer bei den Menschen zu sein.

Doch aller Anfang ist schwer. Das ist nicht nur eine Redensart. Wie mag den Jüngern zumute gewesen sein, als der auferstandene Jesus sich ihren Blicken endgültig entzog und zum Himmel emporstieg?
Nach 40 Tagen, in denen er ihnen immer wieder neu begegnet ist, blicken sie nun auf eine Leerstelle, die der Auferstandene hinterlässt. Was sollen sie nun damit anfangen?
Entscheidend ist, dass sich die Jünger auch nach seiner Himmelfahrt vorstellen können: Jesus ist noch bei uns – als der Christus – der von Gott Gesalbte –, der einmal wiederkommen wird, wenn das irdische Leben für jeden einzelnen zu Ende geht.
Alles, was die Jünger jetzt zu tun haben, liegt in dem Blick auf die Leerstelle, die Jesus Christus hinterlässt. Anfang – wovon? Anfang – wie?
Ihr Fragen verbindet sich mit dem Auftrag der himmlischen Boten, die wie ein Echo in ihren Herzen wiedergeben, was sie jetzt anfangen sollen. „Ihr von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“
Die Jünger werden schließlich dieses Signal aufgreifen. Sie werden weitergehen, zusammenbleiben und einmütig beten. Im gemeinsamen Gebet schauen sie auf die Leerstelle, die Jesus Christus hinterlassen hat. Und dann fangen sie an. Allerdings nicht sofort – erst an Pfingsten, 10 Tage später. So lange – möchte man ausrufen – dauert ihr Gebet.

Liebe Gemeinde!
In der langen Kirchengeschichte, die den biblischen Ereignissen folgte, ist sehr oft etwas zu Ende gegangen, und immer wieder hat es einen neuen Anfang gegeben, um die Botschaft Jesu Christi – sein Evangelium – weiterzugeben.
Viele heute sind sich einig: Ein Neuanfang tut not – ein Neuanfang in der Art und Weise, wie wir als Kirche, als Gemeinde das Evangelium in unserer Zeit leben und weitergeben sollen. Doch dieser neue Anfang ist noch nicht da. Erst einmal geht vieles zu Ende, was kirchliche Verkündigung bislang ausgemacht hat. Wir haben es mit einer Leerstelle zu tun, die nicht leicht zu füllen ist.
Vielleicht teilen Sie ja mein Gefühl, dass wir vor einer Leerstelle stehen – die Einschränkungen durch die Corona-Schutzmaßnahmen zeigen mir jedenfalls auf drastische Weise diese Leerstelle auf. Und nicht zuletzt die vielen theologischen Debatten um die Gestalt der Kirche in ihrem Gewordensein.

Es ist nicht leicht, eine Leerstelle auszuhalten. Sie schreit danach, schnell gefüllt zu werden, wie eine offene Frage, die eine rasche Antwort verlangt.
Suchen wir angesichts der vielen offenen Fragen nach schnellen Antworten? Ob in unserem privaten, gesellschaftlichen oder kirchlichen Lebensumfeld? Oder halten wir die Leerstelle aus, die sich momentan überall bei uns auftut, damit wir vorschnellen Antworten gerade nicht auf den Leim gehen?
Die Jünger der Himmelfahrtsgeschichte können uns ermutigen, die Leerstelle miteinander auszuhalten und gemeinsam durch die Leere hindurch in den Himmel zu schauen, und das heißt vor allem miteinander zu beten und sich dabei Zeit zu lassen – symbolische 10 Tage bis Pfingsten –, bis es sich ereignet – von ganz allein als Geschenk des Himmels –, wenn der Geist Gottes auch auf uns herabfließt, damit wir einander und der Welt bezeugen können, was wir glauben.
Es steht nichts davon da, dass die Jünger sich gegenseitig etwas erklären oder zu überzeugen suchen, wie der Anfang zu deuten ist. Die Leerstelle mahnt uns, „darauf verzichten zu können, um jeden Preis Recht haben zu wollen oder gar als Sieger aus strittigen Diskussionen hervorzugehen“, sagt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Und weiter sagt er: „Das bleibende Fundament wird uns auf diesem Weg darum umso stärker verbinden müssen, nämlich gemeinsam Christen zu sein, weil wir in Gemeinschaft ehrlich danach suchen, was es heute bedeutet, in der Nachfolge Jesu zu leben.“ Und Bischof Overbeck ist davon überzeugt, dass wir Christen „in der Lage sein [werden], unterschiedliche Weisen der Nachfolge Jesu nicht nur zu entdecken, sondern auch differenzierte Antworten auf jede offene Frage zu geben.“

Liebe Gemeinde!
In jedem Ende steckt ein neuer Anfang. Nehmen wir uns Zeit, der vielschichtigen Leerstelle gemäß innezuhalten. Gehen wir ins Gebet – für uns persönlich und gemeinsam. Was will mir (was will uns) die Leerstelle sagen, die ich (die wir) möglicherweise gerade empfinden? Wie kann ich (wie können wir) jetzt Christ sein? Haben dabei die vergangenen Wochen der Corona-Krise etwas zu sagen– diese ungekannte Leerstelle im persönlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Leben?

Pfarrer Dirk Meyer

Liebe Gemeinde!

Wir alle erleben die Corona-Pandemie. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es wohl keine Krise mehr gegeben, die so viele Menschen auf der Welt gleichzeitig betroffen hat wie jetzt die Corona-Krise.
Das Coronavirus hat unser normales Leben schlagartig verändert. Alle Lebensbereiche sind betroffen – bis hinein in unser kleines überschaubares Privatleben. Überall müssen wir uns vor der Ansteckungsgefahr durch das Virus schützen – mit erheblichen Folgen für unser gewohntes Leben.

Die notwendig gewordenen Schutzmaßnahmen vor dem Virus betreffen auch unser Gemeindeleben. Die Kontaktbeschränkungen haben dazu geführt, dass wir seit zwei Monaten keine Gottesdienste mehr feiern durften. Die Wiedereröffnungsfeier unserer neuen Kolumbariumskirche St. Elisabeth musste ausfallen; unser höchstes Fest Ostern konnten wir nicht wie gewohnt miteinander begehen. Und auch sonst waren keine Gottesdienste möglich. Erst seit heute dürfen wir hier in unserer Kirche wieder zur Gottesdienstfeier zusammenkommen – aber unter erheblichen Einschränkungen. Nicht alle, die kommen wollten, können jetzt dabei sein, weil es eine Zugangsbeschränkung gibt. Diese Einschränkung ist wohl am gravierendsten, denn schließlich feiern wir ja „Communio“ mit Jesus Christus und untereinander. Dazu will eine Zugangsbeschränkung nicht so recht passen.
Darüber hinaus sind alle anderen Versammlungen nach wie vor nicht erlaubt. Unser Gemeindeleben, wie wir es kennen, ruht in großen Teilen. Wir leben auf Abstand – räumlich, körperlich – seit zwei Monaten und trotz so mancher Lockerungen der Schutzvorkehrungen wohl noch etwas länger.

Die räumliche Distanz voneinander macht was mit uns. Nun ja, es gibt das Telefon, es gibt die modernen sozialen Medien – sie helfen, über räumliche Entfernungen hinweg in Kontakt zu bleiben. Aber es fehlt uns dann doch der unmittelbare Austausch von Angesicht zu Angesicht, die Körpersprache, der Händedruck, die Umarmung. Mancher fühlt sich vielleicht doch allein – wie verwaist, einsam, weil aus dem Blick geraten: kein Telefon, das klingelt, keine Erfahrung mit dem Internet, kein aufmunterndes Lächeln, wenn man es unmittelbar braucht.

Was ist meine Kraft, wenn ich allein bin und mich das Gefühl der Einsamkeit beschleicht? Für mich ist es der Geist der Liebe, der mir hilft räumliche oder auch zeitliche Distanz zu verkraften. Er kann mich auch im Alleinsein davor bewahren, einsam zu sein. Von diesem Geist der Liebe spricht Jesus heute im Evangelium.
Wir sehen Jesus an einer entscheidenden Schnittstelle in seinem Leben. Er sieht seinen Abschied kommen, der gewaltsam erzwungen sein wird. Er weiß, dass man ihn verraten wird, er erahnt sein Leiden, sein Sterben, seinen gewaltsamen Tod. Und so fängt er an, sich von seinen Jüngern zu verabschieden: im Abendmahlssaal. Er tut dies im Geist der Liebe. Dieser Geist wird schließlich das einende Band sein, das Jesus mit seinen Jüngern über alle räumlichen und zeitlichen Trennungslinien hinweg zusammenhalten wird.

  • Es beginnt mit der Fußwaschung, mit der Jesus den Jüngern ein Beispiel seiner Liebe gibt (vgl. Joh 13,1-20).
  • Dann, nachdem Judas das Abendmahl verlassen hat, hinterlässt Jesus seinen Jüngern das Gebot der Liebe als sein Vermächtnis. Er sagt: „Ein neues Gebot gebe ich euch. Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ (Joh 13,34f)
  • Schließlich erzählt Jesus seinen Jüngern, dass er zu Gott – seinem Vater – geht, um dort für seine Jünger einen Platz zu bereiten und dann wiederzukommen und die Jünger zu sich zu holen (vgl. Joh 14,1-6).
  • Und heute dann das erste Wort von dem Geist der Liebe – vom Beistand, der vor aller Einsamkeit bewahren wird: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.“ (Joh 14,15f)
  • Am Ende seines Abschieds wird Jesus genau wissen, was er zuletzt noch tun muss. Er wird beten: zu Gott – dem Vater – für die Menschen, die er als seine Freunde anspricht und nicht als Waisen zurücklassen wird. Er stellt eine Verbindung her über alle räumlichen und zeitlichen Trennungslinien hinweg und lädt diese Verbindung auf mit der Kraft seiner Liebe, mit der Kraft seines Geistes (vgl. Joh 14,17-26).

Das geistige Band der Liebe, das Jesus bei seinem Abschied von seinen Jüngern geknüpft hatte, kann in der Situation des Alleinseins vor einer sich einschleichenden Einsamkeit bewahren. Jesus spricht vom Beistand des Geistes.
Dieser Beistand entfaltet seine Wirkung bei dem, der sich auf die Wesensart Jesu einlässt – auf seine Liebe. Wer sich so für Jesu Wesensart öffnet, kann erleben, dass Jesus in sein Leben kommt und ihn mit einer solchen Kraft erfüllt, dass er zu einer noch stärkeren Liebe befähigt wird.

Wo Menschen sich – be-geist-ert von Jesus – der Schwerkraft der Liebe überlassen, werden sie gleichsam in ihn hineingezogen und durch ihn ausgeprägt. Sie werden über sich selbst hinausgehoben und können so die Kraft einer unendlichen Liebe – der Liebe Gottes – erfahren – den Beistand.

In Corona-Zeiten mit all den auferlegten Einschränkungen kann das zu besseren Zeiten angewachsene Reservoir des Geistes der Liebe eine stärkende Kraftquelle sein. Wo die Corona-Einschränkungen am gravierendsten sind, ist das Schöpfen aus dieser Quelle wohl am meisten angezeigt: liebende Aufmerksamkeit und Zuneigung zu denen, die am schwersten unter der Corona-Krise zu leiden haben: physisch und psychisch, materiell und ideell. Es gibt so viele, die ein geknüpftes Liebensband benötigen. Wer es dank des Geistes Jesu schon hat, kann es weiterknüpfen.
Ich denke, dass wir, die wir hier heute zum ersten Mal nach vielen Wochen gemeinsam wieder Gottesdienstfeiern dürfen, eine hohe Sensibilität verspüren für diejenigen, die an diesem Sonntag noch nicht wieder teilnehmen können. Wir können es wegen des Beistands durch den Geist der Liebe Jesu, der uns als Waisen nicht zurücklässt.

Pfarrer Dirk Meyer

Liebe Gemeinde!

In der religiösen Erziehung von Kindern kann man ziemlich heiklen Fragen begegnen: Wo ist Gott? Wie sieht Gott aus? Und was macht Gott gerade? Solche Fragen können Eltern, Erzie-her*innen und Katechet*innen ganz schön ins Schleudern bringen, selbst die „Religionspro-fis“ – die Theolog*innen. Darum ist die Bitte des Philippus im Evangelium gut nachvollziehbar – seine Bitte an Jesus: „Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.“ (Joh 14,8)
Gott sehen können – das ist wohl Ausdruck einer tiefen menschlichen Sehnsucht. Der Sehn-sucht nach Auflösung aller Rätsel und Geheimnisse unserer irdischen Existenz, nach Erfüllung und Vollendung. Eine Angelegenheit am Ende des Lebens, wenn sich herausstellt, ob es Gott jenseits von allem tatsächlich gibt und das Leben letztendlich einen Sinn hat oder nicht.

Trotzdem kann man fragen, ob man von Gott nicht wenigstens etwas erkennen kann – vor-läufig, im Sinne einer Vorstellung von Gott, die annehmbar und sinnstiftend für das Leben ist.
Im Laufe ihrer Geschichte glaubten Menschen auf unterschiedliche Weise, etwas von Gott zu erkennen: in der kunstvollen Ordnung des Kosmos, im Auf- und Untergang der Sonne, im gerechten unerbittlichen Schicksal von Werden und Vergehen; oder an besonderen magi-schen Orten, in besonders mächtigen Personen wie Königen, Priestern und Propheten oder anhand von Wohlstand oder Bedrängnis.

Das heutige Evangelium gibt seinen ganz eigenen Hinweis darauf, wie wir Menschen Gott erkennen können. Es weist auf Jesus hin und lässt ihn sagen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich er-kannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ (Joh 14,6f)
Das Evangelium ist überzeugt: An Jesus lässt sich nicht nur etwas von Gott erkennen, an ihm kann man alles erkennen, was man von Gott erkennen kann – so, wie ein Vater im Sohn auf-scheint – wie der Vater so der Sohn!
Das Evangelium ist überzeugt: Die Menschen müssen auf Jesus schauen, wenn sie wissen wollen, wie Gott ist: auf den Weg, den Jesus gegangen ist; auf die Art und Weise, wie er in unverfälschter Liebe mit den Menschen und für sie gelebt hat. Sie müssen auf seinen Wahr-heitsanspruch achten – darauf, dass Jesus mit allem, was er aus Liebe gesagt und getan hat, auf Gott verweisen wollte. Sie müssen auf sein Sterben am Kreuz schauen, auf seine Bereit-schaft, nichts – nicht einmal sein Leben – für sich zu behalten. Sie müssen darauf achten, dass Jesus gerade in seinem Scheitern das alles Entscheidende von Gott zeigen konnte, dass Gott den Menschen in bedingungsloser Treue liebt.
Das Evangelium ist schließlich überzeugt, dass die Menschen auf Jesus schauen müssen, wenn sie Gott erkennen wollen, weil Gott selbst diesen Jesus in seiner Auferweckung von den Toten bestätigt hat.

In Jesus lässt sich ein Gott erkennen, an den zu glauben annehmbar und sinnstiftend ist – gerade weil Jesus einen Gott offenbart, der sich nicht im Blitz und Donner zeigt wie so manch „altertümlicher“ Gott; der sich nicht festmachen lässt in materiellen Gütern, in irdischer Macht und Pracht, in fernen Palästen oder Tempeln. Sondern in einer Liebe, die sich restlos an die Menschen verschenkt und somit auf die Sehnsucht des Menschen eingeht.

Doch um den Gott Jesu – seinen Vater – auch als meinen erkennen zu können, muss ich ne-ben meinem Verstand vor allem mein Herz öffnen. Denn es ist ein Unterschied, ob ich bloß etwas von Gott wissen will, damit ich Bescheid weiß, oder ob ich ihn wirklich erkennen will, erspüren will, im Tiefsten sehen will.
Wenn ich Gott erspüren will, muss ich den Weg gehen, der Jesus – der Auferstandene – selbst ist. Nur auf dem Weg Jesu – seiner Nachfolge – wird Gott lebendig erfahrbar: im Glau-ben, der Unmögliches für möglich hält, in der Hoffnung, die nicht aufgibt, und in der Liebe, die sich leidenschaftlich verströmt.

Gott sehen können bleibt eine Sache jenseits irdischer Existenz. Aber glaubend, hoffend und liebend lässt er sich schon jetzt erkennen.

Pfarrer Dirk Meyer

Liebe Gemeinde!

Im Evangelium des 4. Sonntags der Osterzeit (im Lesejahr A) vergleicht Jesus sich mit dem Hirten einer Schafherde. Er spricht aber auch von der Tür, durch die der Hirte in den Schafstall eintritt. Und er bezeichnet sich selbst als diese Tür, durch welche die Schafe hinein- und hinausgehen, um Weide zu finden.

Das sind drei Bilder, die Jesus dem Alltag von Hirten entnimmt und eng miteinander verknüpft. Jesus bezieht diese Bilder auf sich, um zu sagen, wie er sein Tun versteht: Der Hirt wird zum Symbol der Sammlung und der Einheit. Wie der Hirt seine Schafherde sammelt und eint, so sammelt und eint Jesus Menschen. Die Tür wird zum Symbol des Vertrauens und der Aufrichtigkeit. Der rechtmäßige Besitzer kommt durch die Tür. Der Türhüter lässt ihn herein, die Schafe im Stall kennen ihn und vertrauen ihm. Wie der Hirt also durch Aufrichtigkeit das Vertrauen seiner Herde gewinnt, so gewinnt Jesus das Ver-trauen der Menschen – durch seine aufrichtige Zuneigung und Sorge. Die Tür ist darüber hinaus Symbol für Öffnung nach außen, ins Weite, und nach innen, ins Nahe, Symbol für Freiheit und Sicherheit. Wie die Tür des Schafstalles den Weg zur Weide öffnet und gleichzeitig Einlass in einen Schutzbereich gewährt, so öffnet Jesus Menschen den Weg zum Leben, ohne dass sie jeglichen Schutz verlieren müssen.

Jesu Tun umfasst – seinem Selbstverständnis nach – also drei wichtige Dinge: Er sammelt und vereint Menschen, er ge-winnt ihr Vertrauen durch Sorge und Zuneigung, und er eröffnet Lebensperspektiven im Ausgleich von Freiheit und Sicher-heit.

Den Hirten Jesus Christus kennen, seine Hirtensorge zu Eigen machen, um dementsprechend Menschen zu vereinen, ihr Vertrauen zu gewinnen durch echte Fürsorge und Dienst und ihnen Lebensmöglichkeiten zu eröffnen – das können wir als christliche Berufung begreifen, die uns Christen in Taufe und Firmung geschenkt ist.
Die besonders herausfordernde Zeit der Corona-Pandemie mag – nicht gänzlich neu, aber vielleicht doch anders als sonst – die Frage in uns aufwerfen, wo wir die Obhut dieses besonderen Hirten Jesus am meisten ersehnen und wie wir Jesus mit seiner Hirtensorge wenigstens ansatzweise durch unser Leben nachahmen können.

Pfarrer Dirk Meyer

Liebe Gemeinde!

Wieso erkennen die Jünger Jesus nicht, als er ihnen nach seiner Auferstehung begegnet? Das kommt in den Ostergeschichten der Bibel immer wieder vor, dass sie einfach nicht erkennen, wen sie vor sich haben: Die Emmaus-Jünger nicht, als Jesus neben ihnen läuft; die fischenden Jünger in dem Boot auch nicht, als er am Ufer steht und mit ihnen spricht; und selbst Maria von Magdala hält Jesus vor dem leeren Grab für einen Gärtner. Wie ein Lehrer, der es mit etwas begriffsstutzigen Schülern zu tun hat, möchte man ausrufen: „Ist das so schwer zu sehen, so schwer zu verstehen?!“

Aber vielleicht ist es schwer. Vielleicht ist es eben nicht so leicht zu sehen, ist er nicht so leicht zu erkennen. Wie ginge es uns, wenn er uns heute begegnete? Wir haben so viele festgefügte Vorstellungen im Kopf, wie Jesus, wie Gott ist und handelt, dass wir die Zeichen seiner realen Gegenwart vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen.

Ich möchte dafür ein Beispiel geben. Nicht wenige bedauern und beklagen, dass wir derzeit keine Gottesdienste feiern können. Wir vermissen die Eucharistie, die Gegenwart des Herrn im Brot der Kommunion. Mir geht es genauso. Aber dann gehe ich zur Mittagszeit auf den Kirchplatz vor St. Johann und sehe die vielen Obdachlosen und andere, sehr hilfsbedürftige Menschen, denen die Caritas dort eine warme Mahlzeit austeilt. Auch an anderen Stellen der Stadt geschieht Vergleichbares. Manche essen es sofort vor Ort, andere nehmen es irgendwo mit hin an einen geschützteren Ort.

Ist das nicht auch eine Heilige Handlung, die da geschieht? Ein befreundeter Priester nannte es die „Eucharistie auf der Straße“. Der Herr ist sicher gegenwärtig bei diesem Geschehen auf dem Kirchplatz, nur sieht er ganz anders aus als erwartet. Und es gibt sicher noch viele andere Situationen und Momente, wo mir bewusst werden kann, dass der Herr wirklich da ist, gegenwärtig. Nichts anderes bedeutet ja der Begriff „Realpräsenz“, von der wir bei der Eucharistie theologisch reden: dass der Herr wirklich da ist.

Herr, öffne unsere Augen und Ohren, dass wir deine Gegenwart unter uns wahrnehmen, denn du bist mitten unter uns da.

Propst Bernhard Stecker

Am zweiten Sonntag der Osterzeit steht – bedingt durch den vorgesehenen Evangelientext – jedes Mal wieder der Apostel Thomas im Mittelpunkt der Betrachtung.
Für gewöhnlich bekommt Thomas – „Zwilling“ genannt – zusätzlich das Etikett „der Zweifler“ oder noch drastischer „der Ungläubige“ verpasst. Ich bin aber der Meinung, dass man ihm damit nicht gerecht wird.

Die Bibelstelle, in der wir am meisten über ihn erfahren können, finden wir am Ende des Johannesevangeliums – in unserem heutigen Sonntagsevangelium (Joh 20,19-31). Dort lesen wir, dass Thomas nicht dabei gewesen ist, als der vom Tod auferstandene Jesus seinen Jüngern „am Abend des ersten Tages der Woche“ (also am Sonntagabend) begegnet ist. Damit hat er zunächst einmal die gleiche Ausgangsposition wie wir. So wie wir ist auch Thomas angewiesen auf das Zeugnis anderer. Dass der Gekreuzigte lebt, weiß Thomas – wissen wir – vom Hörensagen durch die anderen Jünger.
Natürlich erhebt sich da auch Zweifel. Aber dieser Zweifel muss nicht grundsätzlicher Art sein, sondern er kann auch Ausdruck eines echten Ringens um den Glauben sein. Dabei finde ich faszinierend, dass im Evangelium die anderen Jünger Thomas nicht bedrängen. Sie legen Zeugnis ab: „Wir haben den Herrn gesehen.“ (Joh 20,25) Aber sie zwingen ihn zu nichts, und sie müssen es auch gar nicht, denn den Glauben schenkt allein der Auferstandene.
Was aber ist Thomas so besonders wichtig? Ihm ist weniger an einem beharrlichen Zweifel gelegen, der sich von Glaubensaussagen fernhalten möchte. Thomas ist also kein Skeptiker. Vielmehr will er glauben können, dass Jesus – der Auferstandene – wirklich der ist, der durch den Kreuzestod gezeichnet ist. Thomas begehrt, die Wunden Jesu zu berühren. Für ihn ist wichtig: Wenn der Gekreuzigte der Auferstandene ist, dann kann man diesem Weg folgen. Der Weg führt durch das Leiden hindurch und hat in der Auferstehung ein Ziel. Auferstehung hat also etwas mit dem gelebten Leben zu tun.

Thomas erhält dann doch noch das Geschenk der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus – genau acht Tage später. Der Auferstandene ist der, der durch den Tod hindurch ins Leben gekommen ist. Er ermuntert Thomas – und damit uns –, wörtlich übersetzt: „…und sei nicht ohne Vertrauen, sondern habe Vertrauen!“ (Joh 20,27)
Worauf darf Thomas vertrauen – und worauf dürfen wir vertrauen? Darauf, dass Jesus – der Auferstandene – durch seine sichtbaren Verletzungen mit den Leidenden der Welt verbunden ist. Und: Aus dem Tod heraus entsteht Leben. Wir dürfen also darauf vertrauen, im Leiden nicht allein zu sein, sondern vom Auferstandenen durch alles Leiden hindurch ins Leben begleitet und getragen zu werden – am Ende auch ins ewige Leben.

Mit dem zweiten Ostersonntag endet die sogenannte Osteroktav, enden die ersten acht Tage nach dem Fest der Auferstehung Jesu in der Osternacht. An jedem dieser Tage – also auch werktags – erklingt in der Eucharistiefeier das Gloria, der Lobpreis Gottes für seine rettende Tat. Auf diese Weise findet in der Liturgie die Osterfreude ihren gesanglichen Ausdruck – auch im wiederholten Halleluja-Ruf.
In diesem Jahr mag unsere Osterfreude eher eine zurückhaltende Freude sein. Wir können sie angesichts der Corona-Pandemie auch weiterhin nicht wie gewohnt in festlichen Gottesdiensten nach außen tragen. Und vielleicht ist sie durch manche Ängste und Sorgen ohnehin gedämpft. Aber die Osterfreude ist ja gerade keine bloß gedankenlose Freude, die über die Ängste und Sorgen einfach „hinweg jubiliert“. Sie ist vielmehr doch eine inwendige Hoffnung, welche die Kraft schenkt, die schwierigen Situationen des Lebens mit einzubeziehen und zu bestehen.
An dieser tiefer reichenden Osterfreude lässt uns das heutige Evangelium teilhaben – nicht zuletzt durch das feine Gespür des Apostels Thomas, der ganz gezielt nach den Verwundungen fragt, die den Auferstandenen bleibend kennzeichnen.

Pfarrer Dirk Meyer

In der Sakristei lag seit einigen Tagen ein Paket. Es war etwas geöffnet. Der Inhalt war eigentlich klar und doch gleichzeitig nur zu erahnen. Als die oberste Schicht der Verpackung beiseite gepackt war, schimmerte sie durch – unsere Osterkerze. Frei war der Blick auf das Osterlicht deshalb aber noch nicht. Es bedurfte noch ein wenig des Auspackens, bis die Kerze sichtbarer wurde. Freilich so, wie sie nun da lag: noch nicht entzündet, noch nicht erhellend in das Dunkel der Nacht hineingetragen, noch nicht auf den Leuchter gestellt, noch nicht…

Das Evangelium der Osternacht kam mir in den Sinn. „Gerade als die Sonne aufgeht“, gehen zwei Frauen zum Grab – noch nicht im Licht des Tages, sondern in der Dämmerung. Lichtverhältnisse, in denen sich vieles nicht klar erkennen – vielleicht anfanghaft erahnen lässt.
Im Gegensatz zu uns heute wissen die Frauen bei ihrem „Friedhofsgang“ noch nichts von der Erfahrung der Auferstehung, die sich ereignet. „Ihr Osterpaket“ ist sozusagen „noch nicht ausgepackt“, der Blick auf das „innere Licht-Geschehen“ will sich erst noch eröffnen.
Dabei sind sie keine Aktionistinnen, sondern Schritt um Schritt aktiv Empfangende. Der Bote Gottes ist es, der „den Stein weg wälzt“. Das Hindernis, welches das sich bereits ereignende Geschehen im Inneren noch verschlossen oder verhüllt hielt. Was ist der Beitrag der beiden Frauen? Sehen wollen, Hören, Sich-Einlassen, Sich-Öffnen für den Zuspruch Gottes („Habt keine Angst!“), sich von Gottes Boten senden lassen („und jetzt geht und verkündet“). Ach ja, und nicht zu vergessen: Aufbrechen und Erfahrenes verkünden, damit auch anderen dieser „Freilegungsprozess des Ostergeheimnisses“ ermöglicht wird (obwohl wir Menschen uns doch so gerne einrichten und sitzen bleiben…)

Vielleicht ist es gerade heute unser Weg, die Botschaft von Ostern immer mehr freizulegen, zum Leuchten zu bringen – manchmal so ganz anders als gewohnt. In unserem Leben, in unserer Kirche, im Leben der Menschen, in der ganzen Welt. Brechen wir auf, wie die beiden Frauen damals – Schritt um Schritt. Gott gibt uns seine österliche Zusage mit: „Ich mache alles neu!“ ER schafft neues Leben – selbst dort, wo niemand es erwartet! Glauben Sie das?

In diesem Sinne ein gesegnetes und freilegendes Osterfest, und wenn Sie die eigene Osterkerze ausgepackt haben und sie am Ostersonntag bei einem Spaziergang mit nach St. Johann nehmen – dann wartet dort das Osterlicht auf Sie, um in die Welt getragen zu werden.

Simone Hagn

Ein Gründonnerstag ohne Abendmahlsfeier – ohne Eucharistie und Fußwaschung. Für mich eigentlich undenkbar. Aber so ist es nun mal: In der schweren Corona-Krise dürfen keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden.

Mir als Priester wäre es zwar gestattet, allein die Eucharistie zu feiern. Das aber widerstrebt meiner Auffassung, dass zur Eucharistiefeier die Gemeinschaft der Gläubigen – die Gemeinschaft aller Getauften, die „Communio“ – gehört. Die Eucharistie ist nicht im Privatbesitz des Priesters – eine Errungenschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Jetzt – in dieser besonderen Ausnahmesituation einer weltweiten Pandemie – feiert unser Bischof Franz-Josef stellvertretend (auch für mich) die Eucharistie im Dom in Osnabrück – bewusst nicht ganz allein, sondern wenigstens zusammen mit zwei anderen Personen, die einen liturgischen Dienst vollziehen und gleichsam uns als Gemeinschaft der Getauften in dieser Feier vertreten. Immerhin ist es möglich, via Internet teilzuhaben – so auch an diesem Gründonnerstagabend. Für diese Form der Stellvertretung bin ich dankbar. Ich kann da gut mitfeiern.

Genauso dankbar aber bin ich für die Stellvertretung durch all diejenigen, die in dieser besonderen Krisenzeit den Dienst der Fußwaschung vollziehen. Es sind vor allem die vielen Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger und all diejenigen, die sich in diesen Tagen um Menschen in besonderer Not kümmern. Mit meinem Dank verbindet sich ein tiefes Gefühl der Demut. Demut gegenüber denen, die jetzt in ihrem Dienst „über sich hinaus gehen“. Wer sein Leben für etwas oder jemand einsetzt – ja sogar hergibt –, der ist davon überzeugt, dass zum wirklichen Leben etwas gehört, was mehr bedeutet, als einfach nur in der Welt da zu sein und mitzumachen – ein „Darüber-Hinaus.“

Jesus hatte diese Überzeugung auch. Er hat sie mit einem durchaus gefährdeten Vertrauen in die ewig bestehende Anwesenheit eines liebenden Gottes verbunden. Beim letzten Abendmahl vor seinem Tod hat er den Jüngern, die dabei waren, seine Überzeugung ins Gedächtnis eingeschrieben. Seine Zeichen waren das Brot und der Wein: „Seht das Brot, mein Leib, und seht den Wein, mein Blut, – hingegeben für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis“ Und zur Nachahmung empfohlen hat er die Fußwaschung, den Dienst am anderen.

Normalerweise ist für mich die Feier der Eucharistie Kraftquelle und Inspiration schlechthin – Communio mit Jesus Christus und den mitfeiernden Menschen. Jetzt in dieser Corona-Krise ist nichts normal. Der stärkende Empfang der Kommunion bleibt mir wie so vielen schmerzlich verwehrt.
Heute – an diesem Gründonnerstag im Ausnahmezustand – trösten mich diejenigen, die den Dienst der Fußwaschung tun, die sich für andere einsetzen und ein „Darüber hinaus“ leben. Was auch immer sie dabei antreibt, es macht mir Hoffnung. Und das bedeutet mir Kraft. Ich tröste mich damit, dass mir dies heute – wie sonst das Brot und der Wein in der Eucharistie – zur Stärkung gereicht wird.

Pfarrer Dirk Meyer

Impuls zum Evangelium vom Einzug Christi, Palmsonntag, Lesejahr A: Mt 21,1-11

Liebe Gemeinde,
heute ist Palmsonntag – der Beginn der Karwoche. Ich kenne keinen anderen Tag im Kirchenjahr, an dem Freude und Leid so nah beieinanderliegen. Freude auf das bevorstehende Osterfest und die Auferstehung unseres Herrn und Bruders Jesus Christus. Leid, weil der Weg hin zur Auferstehung von Schmerzen und tödlicher Qual geprägt ist.

Beim Surfen im Internet ist mir folgender Satz in den letzten Tagen regelrecht ins Auge gesprungen: „Der Palmsonntag trägt den Anfang und das Ende in sich.“ So zumindest beschreibt der Bonner Journalist Sascha Stienen diesen denkwürdigen Tag. Damit hat er meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf getroffen.
Das Ende symbolisiert die Karwoche. Es ist eine Zeit des Trauerns und der inneren Gelähmtheit. An Gründonnerstag feiert Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl und schenkt uns damit die Eucharistie. An Karfreitag wird er gekreuzigt, und der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe und der Trauer. Für mich persönlich heißt das, einen Blick zurückzuwerfen auf mein eigenes Leben. Wo habe ich Fehler gemacht? Gibt es Menschen, die ich besonders verletzt oder enttäuscht habe? Habe ich damit nicht auch Jesus enttäuscht, der meine Schuld mit an das Kreuz genommen hat?
Doch jedes Ende bedeutet auch einen neuen Anfang. Ostersonntag – das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Es ist der höchste Feiertag, den wir Christen haben. Die Osterkerze, die in der Osternacht entzündet wird, bezeichnet Jesus Christus als Licht der Welt, das uns den Weg weist in der Finsternis und das Licht des Lebens schenkt (vgl. Joh 8,12). Wo sind meine Lichtmomente im Leben? Bin ich eigentlich Gott dankbar für die Gewissheit, dass er immer hinter mir steht?
Palmsonntag ist ein Tag, der beides in sich vereint – Freude und Leid. Gemischte Gefühle. Als Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzieht und das Volk ihm mit Palmzweigen den Weg bereitet, wird er als König gefeiert. Am Karfreitag muss er sich Spott und Hohn aussetzen und sich wie ein Verbrecher ans Kreuz nageln lassen. In der Osternacht erstrahlt er in neuem Glanz und zeigt uns: Ich bin da, und ich beschütze dich!

In diesem Jahr steht uns ein außergewöhnliches Osterfest bevor, das wir hoffentlich in dieser Form so schnell nicht wieder erleben werden. Auf all das Vertraute, was uns sonst an den Kar- und Ostertagen erwartet, müssen wir in dieser Zeit verzichten. Auch Familienfeierlichkeiten gestalten sich aufgrund der Kontaktsperre jetzt schwierig. Vielleicht bleibt den Kindern wenigstens das Eiersuchen im Garten, wenn auch im kleinen Rahmen. Und doch ist mir ein wichtiger Punkt klar geworden, als ich diesen Impuls verfasst habe: Jesus Christus ist ja bereits auferstanden! Und das ändert sich auch nicht, nur weil das Osterfest schlichter gefeiert wird als sonst üblich.
Vielleicht hat der ein oder andere von Ihnen in der Presse gelesen, dass einige Theologen den Vorschlag gemacht haben, Ostern zu verschieben, bis die Corona-Krise vorüber ist. Letztendlich weiß ich für mich, Jesus Christus ist auferstanden und verlässt mich nicht! Wenn ich dieses Gefühl in meinem Herzen trage, dann feiere ich jeden Tag aufs Neue ein kleines Osterfest – und nicht nur Ostern.

Torsten Buß, theol. Praktikant

Die Corona-Pandemie lässt niemanden mehr kalt; auch mich nicht. Aber mein Glaube gibt mir Halt und Stabilität – auch in dieser Zeit. Gestern habe ich einmal versucht mein eigenes Gebet zu formulieren.

GOTT!
immer da
in mir
in dir, meinem Gegenüber.
DANKE

So ist Gott immer ganz nah bei mir. Besonders in meinem morgendlichen Gebet. Diese Gebetszeit vermittelt mir wirklich seine Nähe, und ich bitte ihn täglich darum, mir diesen Zustand beständig zu erhalten. So gestärkt komme ich durch den Tag.

In der vorletzten Ausgabe von „Christ in der Gegenwart“ (12/2020) fand ich auf der Seite 130 unter dem Titel „Der zeitgemäße Beter“ diesen mich besonders ansprechenden Text: „Beten heißt also nicht, um dieses und jenes zu bitten? Wozu auch, wenn Gott ja nicht eingreift? Nein, er greift nicht ein; aber er wirkt auf dich ein, wenn du dich auf seinen Heiligen Geist ausrichtest, deine Sinne auf seine Tora lenkst – seine Worte werden dich erneuern.“

Dabei hat mich besonders berührt: „…aber er wirkt auf dich ein…“. Schon viel länger lebe ich mit diesem Einwirken Gottes. Er wirkt auf mich dadurch ein, dass er mich, sein Geschöpf, an der sich ständig fortsetzenden Schöpfung teilhaben und mithelfen lässt; mich also in die Verantwortung nimmt. Bei mir nicht spektakulär, aber vielleicht immer auch mal wieder in meiner ganz bescheidenen Mitwirkung am einzelnen (bestimmten?) Menschen. Und mit dieser inneren Haltung glaube ich zwar immer noch zu wenig zu tun, kann damit aber inzwischen einigermaßen umgehen. Ich muss also nicht mehr im Großen die Welt verändern; das ist wohl eher nicht mein Auftrag. Und meine zurückgedrängte(?) Dankbarkeit gegenüber dem, was ist, wächst auch gerade wieder. Deshalb bitte ich Gott täglich neu, mir die Kraft zu verleihen, die Geschehnisse meines Tages demütig anzunehmen und sie in Bausteine der Liebe zu verwandeln auf dem Weg zu ihm, meinem Schöpfer und Herrn.

Wolfgang Jordan

Impuls zum Evangelium vom 5. Fastensonntag, Lesejahr A: Joh 11,1-45

Was hätte besser gepasst, als die Kolumbariumskirche St. Elisabeth zu eröffnen mit diesem Text aus dem Johannesevangelium, der Auferweckung des Lazarus. Hier begegnet mir ein Jesus, der in seinen Beziehungen und Gefühlen und Handlungen ganz Mensch ist und der andererseits vom Evangelisten Johannes als der Gottessohn gezeichnet wird mit den Ich-bin-Worten „Ich bin die Auferstehung und das Leben“. Gerade in der Gleichzeitigkeit beider Naturen Jesu wird es mir möglich, Trost zu finden, höre ich doch diese Worte Jesu mit Marthas Ohren. Sie, die um ihren toten Bruder trauert, ist verzweifelt und zweifelt doch nicht an Jesus und seiner Gottessohnschaft. Sie darf frei heraus reden, auch ihre Enttäuschung schimmert da durch. Wie kann mich dieser Jesus trösten?

Jesus weint, das sind die Worte, die mich anrührten, ist er doch damit ein Gott der Nähe, der meine Tränen weint, sie nicht wegwischt, sondern wertschätzt als Liebesfähigkeit. Die Messingplatten an den Lehmwänden unserer Kolumbariumskirche sehe ich als Jesu Tränen, und diese Wände mit den Kammern sind keine Zellen, in die ich versuche, die Toten zu verpacken, sondern sie sind ein Setzkasten für diese Liebe.

Und wir lassen die Toten gehen, wir halten sie nicht fest: „…als flögen sie nach Haus.“ Auch an dieses romantische Bild muss ich denken in unserem Taubenschlag, dass die Seele weit die Flügel ausspannt, unsere Täubchen, unsere Seelen, um heimzukehren.

Hoffnung und Trost in dieser so ungewöhnlichen Fastenzeit kann der Text sein, vielleicht eine wohltuende Vorausschau auf Ostern in seiner Parallelität.

Zur Verherrlichung Gottes führt mich dies im Text, Gott ist größer, und das tröstet mich, sein Name ist JHWH, und Jesu Ich-bin-Worte sind wie ein Echo auf die Offenbarung des Gottesnamens am Dornbusch zu hören: Gottes ewige Existenz hilft mir in meiner labilen Identität. Jeder meiner Atemzüge verherrlicht diese Größe, die alles übersteigt und mich gleichzeitig halten, retten kann in der Zusage der Auferstehung: Der Geist, der lebendig macht, wohnt in dir.

Anja Wedig, Gemeindereferentin

Impuls zum Evangelium vom 4. Fastensonntag, Lesejahr A: Joh 9,1-41

Liebe Gemeinde,
im heutigen Evangelium hören wir von der Heilung eines Blinden durch Jesus. Das Thema Blindheit hat auch für uns heute noch eine große Bedeutung. Sind nicht auch wir manchmal blind? Ich spreche nicht von der physischen Blindheit, die uns die reale Welt nicht sehen lässt. Ich meine die geistige, seelische Blindheit, Dinge nicht zu sehen und wahrzunehmen, die wir, aus welchen Gründen auch immer, nicht sehen wollen oder können.

Blindsein hat viele Facetten. So waren wir möglicherweise alle schon mal ›blind vor Liebe‹. Das ist wohl die schönste Art des Blindseins, weil sie mit so vielen positiven Emotionen verbunden ist. Wir sehen dann nur das Gute in dem Menschen, den wir lieben, – seine negativen Seiten blenden wir erst einmal einfach aus.

Doch ich bin sicher, wenn wir unseren Alltag und unser Leben Revue passieren lassen, so entdecken wir schnell, wie oft wir blind sind für Dinge, die wir eigentlich sehen müssten.
Ein persönliches Beispiel: Während meines dreimonatigen Praktikums in St. Johann und durch meine Mitarbeit in der Johannis-Oase ist mir (wieder stärker) bewusst geworden, wie viele Menschen obdachlos sind und auf der Straße leben. Zwar habe ich diese Menschen vorher auch wahrgenommen – beim Einkauf, beim Chillen in der Stadt oder sonst wo. Für ihre Gedanken und Gefühle, Sorgen und Nöte war ich allerdings blind.

Jesus hat ein Wunder vollbracht und die Augen eines Blinden geheilt. An mir will er die Blindheit meines Herzens heilen. In der Heiligen Schrift sagt Jesus. »Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan« (Mt 25, 40). Für mich ist das einer der schönsten und aussagekräftigsten Sätze der Bibel. Wenn ich die Botschaft dieses Satzes ernstnehme und versuche, sie zu leben, hat Jesus schon meine innere Blindheit geheilt.

Ich kann zwar keine Wunder vollbringen wie Jesus, aber ich kann mit seiner Hilfe Wunderbares tun: mit einem kurzen, aufmunternden Blick für den Menschen ohne Obdach, einem Lächeln, vielleicht sogar einem Gespräch? Es muss ja nicht immer gleich eine Geldspende im eiligen Vorübergehen sein.

Jesus kann alle möglichen Blindheiten unseres Herzens heilen. »Wunder gibt es immer wieder«, sang Katja Ebstein in den 70ern, »heute oder morgen können sie geschehen.« Manchmal reicht es schon, wenn wir einfach nur hinsehen.

Torsten Buß, theol. Praktikant

Impuls zum Evangelium vom 3. Fastensonntag, Lesejahr A: Joh 4,5-42

Wenn ich Durst habe, weil mein Körper und Geist ausgetrocknet sind, gehe ich an den Wasserhahn. Und schnell klingt der sich ankündende Kopfschmerz wieder ab.

Mit meinem inneren Durst aber – dem Durst meines Herzens und meiner Seele – gehe ich gerne mit anderen ins Gespräch. Ich suche vertrauensvolle Menschen auf, die mir ihre Zuneigung schenken und dadurch helfen, dass ich mein Inneres öffnen kann. Das schenkt mir Kraft im Alltag – gerade dann, wenn es mal nicht so rund läuft.

Für mich ganz selbstverständlich gehe ich mit dem Durst meines Herzens und meiner Seele auch ins Gespräch mit Gott – ins Gebet. Über meine bisherige Lebenszeit hin hat sich immer mehr ein inneres Zwiegespräch mit Gott entwickelt, das gleichsam an jedem Ort und zu jeder Zeit stattfindet. Hier kommt meine tiefste Sehnsucht zur Sprache, die ich anderen Menschen nur schwer mitteilen kann.

Viele »durstlöschende Begegnungen« müssen in dieser Zeit, in der sich das neuartige Coronavirus in der ganzen Welt weiter ausbreitet, massiv eingeschränkt werden. Auch bei uns in der Gemeinde: Gruppentreffen und andere Veranstaltungen, Besuche von besonders gefährdeten Menschen in Altenheimen und Krankenhäusern und nicht zuletzt unsere Gottesdienste. All dies schmerzt besonders, weil wichtige »Quellen« für unseren inneren Durst so nicht mehr erreichbar sind.

Aber Jesus bietet in dem für viele bekannten Gespräch mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen »lebendiges« Wasser an, das im Inneren des Menschen zu einer eigenen sprudelnden Quelle wird – nachzulesen im Evangelium vom 3. Fastensonntag (Lesejahr A) (Joh 4,5-42). Diese innere lebendig sprudelnde Quelle meint eine unschätzbar tiefe Gewissheit, von Gott geliebt und angenommen zu sein. Jesus steht für die Zuwendung Gottes zum Menschen. Er weckt mit seiner Art die Gewissheit gläubigen Gottvertrauens.

Diese Gewissheit in sich zu haben ist ein großartiges Geschenk. Wer es annehmen kann, hat eine Quelle, aus der er oder sie trinken kann angesichts der Sehnsucht, die Herz und Seele verspüren. Diese Quelle mag auch dann tränken, wenn andere durstlöschende Begegnungen einmal nicht möglich sind.

Dirk Meyer, Pfarrer

Corona – Zwangsauszeit oder Chance zur Ruhe?

Wohl kaum eine Krise hat die Menschheit in den letzten Jahrzehnten so tief getroffen wie die Corona-Pandemie. Viele Menschen sind erkrankt und stehen unter Quarantäne. Viele sind gestorben und diejenigen, die (noch) gesund sind, sind und werden gezwungen, auf Distanz zu anderen Menschen zu gehen. Die Welt steht still und hält den Atem an. Leere Innenstädte und Geschäfte, keine Kultur- und Sportveranstaltungen, geschlossene Kitas und Schulen und selbst alle kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdienste sind zumindest bis Palmsonntag im ganzen Bistum abgesagt worden. Alles zum Schutz vor dem Corona-Virus. Unser Alltag verändert sich, ob wir wollen oder nicht. Eine verordnete Zwangsauszeit. Wer hätte wohl gedacht, dass es so weit kommen könnte?

So schlimm und ungewohnt die Situation für uns auch sein mag, so bietet sie uns vielleicht auch die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und innezuhalten, Dinge zu tun, die wir sonst vernachlässigen oder immer wieder aufschieben. Das könnte z.B. bedeuten, dass wir besonders Zeit mit unseren Partnern und Kindern verbringen oder mit anderen Familienmitgliedern. Vielleicht gibt es auch geliebte Menschen, die wir sonst vertrösten, weil wir keine Zeit haben. Hier kann auch ein Telefonat helfen, um die Infektionsgefahr zu umgehen. Und vielleicht bietet sich doch die Gelegenheit, sie zu besuchen, an sie zu denken oder einfach »nur« für sie zu beten. Auch wenn von politischer Seite dazu geraten wird, nicht an größeren Veranstaltungen teilzunehmen und generell soziale Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden, so können wir vielleicht im Kleinen Gutes tun. Für uns und für andere. Abgesagte Großveranstaltungen, verschobene Dienstreisen ins Ausland, all das sind Situationen, die auch eine Chance beinhalten, etwas zu verändern. Wir können zu neuen Kräften kommen, den Akku aufladen und darüber nachdenken, ob unsere bisherigen Lebensziele die richtige Orientierung waren. Die Corona-Krise zeigt uns nämlich sehr deutlich, an welchem seidenen Faden das menschliche Leben und seine ganze Existenz hängen.

Auch wenn aktuell nicht die Möglichkeit besteht, einen Gottesdienst zu besuchen, so bleibt unsere Kirche St. Johann dennoch geöffnet und lädt zu einem stillen, nachdenklichen Gebet ein – werktags von 10.00 bis 17.00 Uhr und sonntags von 12.00 bis 17.00 Uhr.

Torsten Buß, theol. Praktikant

Impulse und Anregungen zum Hören oder Sehen

Liebe Kinder, liebe Eltern,

heute laden wir wieder herzlich zur Kinderkirche ein. Wir werden hören, wie Jesus die Apostel beruft und überlegen, was das mit uns heute zu tun hat.

Vielleicht wollt ihr euch vorher schon mal die Liedtexte bereit legen, um mitsingen zu können? Wir singen folgende Lieder:

  • Wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind
  • Halleluja, preiset den Herrn
  • Tragt in die Welt nun ein Licht
  • Wir bringen Frieden für alle

Im Franziskussaal könnt ihr euch in den kommenden Tagen das Bild anschauen, das wir in der Kinderkirche legen werden.

Wer das Bibelbild ausmalen möchte, findet es hier.

Liebe Kinder,
wir feiern heute gemeinsam Kinderkirche – jeder für sich zu Hause und gleichzeitig verbunden mit allen anderen Mitfeiernden.

Liebe Kinderkirchengemeinde,

zum heutigen Ostersonntag laden wir herzlich zur Kinderkirche ein.

Wenn Ihr ein passendes Ausmalbild sucht, findet Ihr es hier.

Liebe Kinderkirchengemeinde,

heute, am Karfreitag, laden wir herzlich zur Kinderkirche ein.

Viele Gläubige beten am Karfreitag den Kreuzweg und erinnern sich an die letzten Stunden im Leben Jesu. Ihr findet im Internet die Leidensgeschichte in einfacher Sprache und einen Ausmalbogen mit passenden Bildern. Vielleicht mögt Ihr zusammen in der Familie das Evangelium lesen und die Bilder ausmalen.

Jetzt wollen wir gemeinsam das Zeichen des Kreuzes betrachten.
Zündet doch eine Kerze an und stellt sie zu Euch auf den Tisch. Wenn Ihr ein Kreuz zu Hause habt, legt es dazu. Wir singen aus dem Gotteslob.
Wir benutzen heute folgende Dinge, die Ihr auch gerne dazu holen könnt, wenn Ihr sie zu Hause habt: Steine; Holz/Stöcke; Blumentopf; Erde; Samenkörner.

Kreuzwegstationen St. Elisabeth

Sprecher*innen: Christane Rostock und Ingo Wilberding und Improvisation am Klavier nach Gotteslob 272 Ingo Wilberding.
Der Kreuzweg ist von dem Berliner Bildhauer Paul Brandenburg 1987/88 geschaffen worden.

„Bleibt hier und wachet mit mir.“ (Mt 26,38b)

Vielleicht wird unser Zuhause in diesem Jahr zum inneren Ort des Abendmahlgeschehens, und wir sind eingeladen, dort wo wir sind und leben, im Garten Gethsemane zu sein – mit Jesus – in dieser Nacht.

Wenn Sie zwischen den Impulsen gerne länger in der Stille bleiben möchten, dann drücken Sie doch einfach die Pausetaste.
Fast alle Liedrufe sind bekannte und einfach zu wiederholende und mitzusingende Taizé-Gesänge.
Wenn Sie ein Gotteslob zu Hause haben, legen Sie gerne vorab schon Bändchen ein.

GL 286, Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet
GL 445, Ubi caritas et amor, ubi caritas, deus ibi est
GL 704, Der Abend kommt, die Nacht zieht Kreise

Musikalisch begleiten uns Karl-Bernhard Hüttis (Klavier) und Susanne Schirmer (Gesang).

Und nun sind wir alle eingeladen, an verschiedenen Orten und dennoch gemeinsam aufzubrechen mit Jesus – hinein in das Geschehen der Nacht… und es geschieht auch heute!

Liebe Kinder,
wir feiern heute gemeinsam Kinderkirche – jeder für sich zu Hause und gleichzeitig verbunden mit allen anderen Mitfeiernden.

Liebe Kinder,

wir feiern heute gemeinsam Kinderkirche – jeder für sich zu Hause und gleichzeitig verbunden mit allen anderen Mitfeiernden.
Bevor wir loslegen, können die Erwachsenen mal nachsehen, ob zu Hause vielleicht eine Kerze, Streichhölzer und ein Gotteslob zu finden sind. Möglicherweise habt Ihr auch einen Palmstock gebastelt? Dann holt doch alles dazu.

Wenn nicht alles zur Hand ist, ist das auch nicht weiter schlimm.
Ihr Kinder kennt die Lieder vermutlich ohnehin auswendig. Wir singen alles einmal vor und dann mit Euch gemeinsam.

Und wenn Ihr nachher noch Lust habt, ein Bild zum heutigen Evangelium auszumalen, findet Ihr das unter www.bibelbild.de.

Und nun: Lasst uns gemeinsam feiern…

Sie sind eingeladen, gemeinsam mit uns den Kreuzweg zu beten.
Von Ihrem Zuhause aus – mit den Kreuzwegbildern aus St. Johann – mit Musik und Liedern und im Gedenken an all die Menschen, die in dieser Zeit besonders schwer zu tragen haben. Vielleicht nehmen Sie sich ja eine halbe Stunde Zeit dafür…

Die Autorin Frau Andrea Christ und der epubli Verlag haben uns freundlicherweise die Zustimmung für das „Gebet auf unserer Homepage“ aus folgendem Buch gegeben:

Kreuzwegandachten – nicht nur für die Fastenzeit
Buch kartoniert, Paperback, 120 Seiten
epubli, erschienen am 13.01.2017

Ludmilla und Oliver Jäckel

Vielleicht mögen Sie ja gerne für eine Dreiviertelstunde „da sein“ vor Gott, in der Stille zur Ruhe kommen, einen Abschnitt aus dem Evangelium hören, ein paar Impulsfragen in Ihr Herz fallen lassen – mitbeten und mitsingen. Wie sonst am Donnerstagabend in St. Johann auch – nur anders gemeinsam.

Die Stille ist dabei ein wichtiges Element, die uns einlädt, uns von Gott berühren zu lassen – in unserem Herzen, am Grund unserer Seele.

Also wundern Sie sich nicht, wenn die Anbetung mit Stille beginnt und Ihnen im Video zwischen den Impulsen immer wieder einige Minuten der Stille begegnen.

Die Musik kommt von Karl-Bernhard Hüttis, der Gesang von Susanne Schirmer, und ein Stück ist von der Gruppe „Aschira“.

Schöpfungserzählung nach Martin Buber, gelesen von Anja Wedig, mit Improvisationen von Gregor Daul, Oboe

Elisabeth-Konferenz, St. Johann, Bremen

du
mir vertraut
jetzt weit weg
ich denk an dich
solang

Dirk Meyer

Caritas und Soziales

Hilfsangebote

An dieser Stelle informieren wir über sozial-caritative Angebote, die wir in der Zeit der Corona-Krise machen können, auch wenn Sozialkontakte möglichst eingeschränkt werden müssen.

Telefonkontakt mit dem pastoralen Team von St. Johann

Als pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von St. Johann stehen wir gerne für ein persönliches Gespräch am Telefon zur Verfügung. Unsere Telefonnummern finden Sie oben auf dieser Seite unter Kontakt.

Telefonisches Gesprächsangebot der ›Offenen Tür‹

Wir verweisen hier auf ein telefonisches Gesprächsangebot der Psychologischen Beratungsstelle ›Offene Tür‹ des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen.
Die ›Offene Tür‹ bietet in der aktuellen Situation ab Montag, 23.03.2020 telefonische Gespräche an.
Die Gespräche sind möglich für jede und jeden.
Im Team der Beratungsstelle arbeiten Frauen und Männer, die erfahren sind in Beratung, Psychotherapie und Seelsorge.
Sie erreichen die Beratungsstelle:
Montag bis Freitag von 10.00 – 13.00 Uhr und von 15.00 – 18.00 Uhr unter Telefon 0421/324272.

Johannis-Oase

Unsere Johannis-Oase ist geöffnet – von montags bis freitags zwischen 10.00 und 13.30 Uhr.
Wegen der Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus herrschen strenge Vorgaben beim Einlass.

Die Johannis-Oase darf immer nur von einer Person betreten werden. Diese hat dann ca. eine halbe Stunde Zeit, um sich zu duschen und gegebenenfalls zeitgleich Wäsche zu waschen. Der Eintritt nacheinander wird geregelt durch das Ziehen einer Nummer an der Tür.
Die Betreuung in der Johannis-Oase durch maximal zwei Ehrenamtliche, die sich zur Mithilfe bereit erklärt haben, erfolgt nach den notwendigen Maßgaben. Dazu zählt u.a. ein gebührender Körperabstand von 1,5 Metern und regelmäßiges Händewaschen.
Die Johannis-Oase wird stets zeitnah gereinigt.
Es wird dafür gesorgt, dass sich vor der Johannis-Oase keine Menschengruppe ansammelt.

In der Johannis-Oase können wohnungslose Menschen ihre Sachen waschen und trocken. In der Zeit bekommen sie einen Bademantel und können z.B. selbst duschen. Möglich wird dies durch ehrenamtliches Engagement von Mitgliedern der Propsteigemeinde St. Johann und der Caritas Bremen.

Caritas-Stiftungsfonds AHoi

Über den Caritas-Stiftungsfonds AHoi gewährt der Caritasverband Bremen Menschen mit geringem Einkommen, die durch die Corona-Krise in eine besondere Notlage geraten sind, eine Soforthilfe. Anlaufstellen sind die Caritas-Beratungsdienste (www.caritas-bremen.de). Die Auszahlung erfolgt sofern die Menschen ihre Bedürftigkeit nachweisen können – gestaffelt nach Personen, die in dem Haushalt leben.

Essensausgabe für Obdachlose

Die Gemeinschaft Sant Egidio verteilt während der Krisenzeit zusammen mit der Initiative Cook and Help an den Wochenenden am Hauptbahnhof leckere Essenspakete für Menschen auf der Straße.
Wann: samstags und sonntags von 12.30 14.30 Uhr. – Wo: im Zelt der Suppenengel auf der Bürgerweide.

Und die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialen Dienste des Caritasverbandes Bremen verteilen montags bis freitags um 11.00 ein Care-Paket vor unserer Kirche St. Johann. Diese Hilfe wird bis zum 31.07.2020 geleistet.

Corona-Hilfe für internationale Studierende in Not

Covid-19 trifft auch viele internationale Studierende, die ohne ihre Arbeit und ihr Gehalt ihren Lebensunterhalt kaum finanzieren können.
Sie können in Not geratene internationale Studierende ganz einfach und direkt mit einem Lebensmittelgutschein unterstützen, indem Sie beim nächsten Einkauf an der Kasse eines Supermarktes eine Gutschriftkarte (à 5,- /10,- oder 15,- €) kaufen und bei der Kath. Hochschulgemeinde (KHG) in den Briefkasten werfen oder zuschicken an Martina Rolfes, Hohe Str. 7, 28195 Bremen.
Die Gutscheine werden direkt an bedürftige Studierende weitergegeben! Vielen Dank für Ihre Unterstützung sagt Martina Rolfes, Pastoralreferentin für die Hochschulseesorge.

Dass Ihre Hilfe gut ankommt, zeigt ein Bericht, den Sie hier nachlesen können,

Gemeinschaft

Palmstockbasteln für Kinder und Familien

Liebe Kinder, liebe Gemeinde,
das geplante Palmstockbasteln fällt dieses Jahr leider aus. Christoph Sülz stellt uns eine kleine Anleitung zur Verfügung. So könnt Ihr Schritt-für-Schritt zu Hause mitbasteln.

Wer hat Lust?

Vorab einmal alles besorgen und vorbereiten, damit es losgehen kann!

Diese Sachen braucht man:
– 1 Stock, Stab oder Ast
– ein paar grüne Zweige (Buchsbaum)
– Krepp-Papier (alternativ Papierservietten oder dünnes buntes Papier)
– Blumendraht
– 1 Rosenschere

Und – los geht´s…!

Wie „Malen nach Zahlen“ nur heute „Basteln nach Bildern“.
Viel Freude dabei!

Wer Lust hat, dass wir Bilder der fertigen Palmstöcke auf der Homepage sammeln, kann sie gerne an die E-Mailadresse von Simone Hagn schicken.

Kinderkirche

Wir laden zur Kinderkirche ein. Weiter oben auf dieser Seite unter „Impulse und Anregungen zum Hören oder Sehen“ findet Ihr unsere Kinderkirche am Palmsonntag, Karfreitag und Ostersonntag und zum Hoffnungszeichen des Regenbogens.

Viel Freude beim Mitfeiern!

Informationen

Zusammenhalten in der Krise – Spenden statt Kollekte

Während der Coronakrise ist unser gesellschaftliches und religiöses Leben stark eingeschränkt. Seit Anfang Mai werden allerdings immer mehr Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus gelockert. So dürfen auch wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden, doch nur unter erheblichen Einschränkungen. Dies hat Auswirkungen auch auf unsere Kollekten, die ein gelebter Ausdruck von Nächstenliebe sind.

Die Aktion „Die digitale Kollekte“ der Darlehnskasse Münster gibt uns als Gemeinde in dieser schweren Krise online die Möglichkeit, weiterhin solidarisch zu handeln und christliches Engagement gemeinsam mit anderen aktiv zu gestalten. Das Prinzip dahinter: Spenden statt Kollekte.

Wir nehmen an der Aktion „Die digitale Kollekte“ teil – und laden Sie herzlich zur Mithilfe ein! Lassen Sie uns auch in Krisenzeiten gemeinsam solidarisch bleiben. Wir nutzen die Zuwendungen, um kirchliche und caritative Aufgaben zu unterstützen.

Zu diesen Aufgaben gehören bei uns schwerpunktmäßig:

  • Katholische Hilfswerke wie Adveniat, Bonifatiuswerk, Caritas International, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Misereor, Missio und Renovabis
  • Initiative Pater Stephan e.V. – Hilfe für Schulen, Jugendliche und Gemeinden im Sudan und Südsudan
  • Johannis-Oase – unsere gemeindeeigene Einrichtung für arme und obdachlose Menschen, die hier kostenlos duschen und ihre Wäsche waschen und trocknen können
  • Bremer Treff – eine Einrichtung in der Bremer Innenstadt, die armen und obdachlosen Menschen täglich ein warmes Essen, Sozialberatung, seelsorgerlichen Beistand und medizinische Hilfe anbietet
  • Erhalt unserer Kirchen St. Johann und St. Elisabeth

Wenn Sie wollen, können Sie mit einer Online-Spende helfen.

Ich bedanke mich herzlich für Ihre Unterstützung!
Pfarrer Dirk Meyer